Mythologischer Hintergrund

Die Figur des Grendel tauchte erstmals im ältesten altgermanischen Heldenepos „Beowulf“ aus dem 10. Jahrhundert auf.
Damals war das heutige Schweden von einem germanischen Stamm, den Gauten, besiedelt. In „Beowulf“ wird berichtet, dass ein Gautenkönig einst mit einem angelsächsischen Dämon – einem Grendel- und dessen Mutter gekämpft habe. Diese Mutter wird in der damaligen altgermanischen Schreibweise beschrieben als „grendeles motor“. Die Historiker und Mythologen meinen, dass diese „grendeles motor“ auch gleichzeitig die Mutter des Teufels war. Davon leitet man angeblich auch das Wort Großmutter ab.
Oft wird der Fehler begangen, den Grendel als Teufel zu bezeichnen. Vielmehr war es aber ein Dämon, der nach der Mythologie früher in den Schären und den Fjorden Norwegens lebte.
Doch wie kam dieser Dämon zu uns in den Süden ?
Damals lebten an den Küsten der Nordsee die Angelsachsen. Mit Beginn der Völkerwanderung
Karte Völkerwanderung Die Völkerwanderung des
2. bis 5. Jahrhunderts
(Bildquelle:Wikipedia)
teilten sie sich. Ein Teil zog nach England und Norwegen. Der andere Teil vermischte sich mit den Westgoten und zog bis ins Maingebiet vor. Als westgermanische Völkerschaften kamen sie im 4. und 5. Jahrhundert in unser Gebiet. Aus den ostgermanischen Völkergruppen kamen die Sueben (altgermanisch Snabi, heute Schwaben) ebenfalls im Süden an. Diese wurden 585 von den Westgoten besiegt und unterworfen. Sie vereinten sich mit den Alemannen und zogen weiter in die Gebiete Neckar, Rauhe Alb und Lech. Hier bezeichneten sie sich als Schwaben.
Durch diese Völkerwanderungen kam auch der Name Grendel in unsere Region.
Letzte Aktualisierung: 04.11.12